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Scream 4“ überraschend gut, selbstironisch und zeitgeistkritisch: „Kommt zurück zum originalen Grusel.“

Dienstag, 10 Mai 2011 10:12 von Alexander Röhlig

Scream 4Auf diese Fortsetzung haben Fans von Horrorfilmen lange gewartet. Nach über zehn Jahren Pause läuft Scream 4 nun auch in den deutschen Kinos. Und eines ist klar: Dieser Film lohnt sich aus mehreren Gründen. Man könnte zu Recht fragen, ob das denn nötig sei: eine Fortsetzung der erfolgreichen Scream–Reihe. Der dritte Teil aus dem Jahre 2000 war längst nicht mehr so überzeugend wie seine Vorgänger. Warum also das Elend nach jahrelanger Abstinenz des Ghostface–Killers verlängern?

Außerdem locken seit Jahren mehr als genug Horrorfilme wie Saw und Hostel die Zuschauer ins Kino. Davon übertrafen fast alle die Menge an vergossenem Filmblut im Vergleich zu Scream 1 bis 3. Wer schaut da schon noch einen Film, der ab 16 Jahre freigegeben wird?

Ghostface ist zurück

Wes Craven, Regisseur der Scream–Reihe, hielt das aber nicht ab. Im Gegenteil scheint genau diese neue Generation von Horrorfilmen ihn herausgefordert zu haben, es noch einmal zu versuchen. So springt er einerseits auf den Zug auf, indem der neue Killer deutlich brutaler mordet. Andererseits aber kritisiert er diese „ekelhaften“ Filme, wie es eine Figur gleich zu Beginn formuliert. So ist es auch nicht überraschend, dass Scre4m, wie der Film eigentlich heißt, deutlich hinter der Brutalität von Saw und Co. zurückbleibt.

Scre4m lebt, wie schon seine Vorgänger, nicht vom Ekel der Zuschauer, sondern von der Technik des Suspense. Dies bezeichnet die Erwartung eines Ereignisses, welches dann aber nicht eintrifft. Die Technik erzeugt einen adäquateren Spannungsbogen als der bloß kurzfristige und schockartige Überraschungseffekt. Der Zuschauer bleibt somit für längere Zeit in der Schwebe und die Spannung erhalten.

Warum sich Scre4m lohnt

Neben den neueren Horrorfilmen werden auch die neuen Medien in Scre4m kritisiert. Der Ghostface–Killer zeichnet seine Morde nämlich auf, so wie manch einer den ganzen Tag lang mit einer Kamera auf dem Kopf herumläuft. Diese gebündelten Kritikpunkte sind auch sehr selbstironisch zu verstehen, greifen sie doch ebenfalls die Existenzberechtigung der Scream–Filme an. Überhaupt nimmt sich Scre4m nicht allzu ernst. Wer das Original Scream kennt, und das ist zu empfehlen, wenn man den aktuellen Teil in Gänze genießen will, wird das erkennen.

Scre4m lohnt sich also tatsächlich. Es ist kein plump daherkommender Horrorfilm. Er geht vielmehr einen Schritt hinter Saw und dergleichen zurück, als wolle uns Wes Craven sagen: „Kommt zurück zum originalen Grusel.“

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