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Die Magie der Fantasie: „Das Kabinett des Dr. Parnassus“

Dienstag, 12 Januar 2010 11:06 von Melissa Grimm

Kabinett des Dr. ParnassusBereits die Dreharbeiten zu Terry Gilliams „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ verliefen dramatisch. Denn im Januar 2008 verstarb Hauptdarsteller Heath Ledger. Regisseur Gilliams und seinem seit 7. Januar 2010 in den deutschen Kinos laufenden Film tat dies jedoch keinen Abbruch.

Der Pakt mit dem Teufel

Als „Joker“ brillierte Ledger bereits 2008 in „Batman – The Dark Knight“. Neben ihm stehen auch andere Hollywood-​Granden im Mittelpunkt des psychedelischen Märchens um Dr. Parnassus (Christopher Plummer). Dieser ist ein merkwürdiger alter Kautz, der ein Theater auf Rädern betreibt. In der Weltmetropole London will er die Leute mit seinen Geschichten verzaubern und so etwas Geld verdienen.

Leider steht es im 21. Jahrhundert nicht sehr gut um das Kabinett. Dessen Hauptattraktion bleibt ein künstlicher Spiegel, der in die Gedankenwelt des alten Mannes führt. Doch dieser Spiegel hat ein dunkles Geheimnis. Vor circa 1000 Jahren schloss Parnassus eine Wette mit dem Teufel Mr. Nick (Tom Waits) ab und gewann Unsterblichkeit. Später wollte er diese gegen ewige Jugend eintauschen, um das Herz einer jungen Dame zu erobern und versprach dem Teufel jedes Kind, wenn es das Alter von 16 Jahren erreicht hatte. Seine Tochter Valentina (Lily Cole) steht kurz vor ihrem 16. Geburtstag. Der Teufel nutzt diese Tatsache, um erneut eine Wette mit Dr. Parnassus einzugehen. Wer zuerst fünf Seelen gesammelt habe, gewinnt.

Hollywood-​Granden zu verworrener Story

Ledger spielt den zwielichtigen Tony, dem es innerhalb kurzer Zeit gelingt, das heruntergekommene Kabinett auf Vordermann zu bringen. Doch dessen Tod zwang Gilliam dazu, das Drehbuch umzuschreiben. Da Ledger alle Szenen in der „wirklichen Welt“ des Films bereits abgeschlossen hatte, sprangen Johnny Depp („Fluch der Karibik“), Jude Law und Colin Farrell als Tony in der „imaginären Welt“ ein. Die fantastischen Bilder dieser Welt sind merklich gelungen. Beinahe möchte man als Zuschauer ebenfalls in das Kabinett eintreten. Dennoch ist die Story etwas verworren und braucht zum Verständnis ihre Zeit. Aber genau darin liegt ihr Charme.

Ein mitunter makabrer Augenschmaus

Makaber jedoch wirkt es, wenn Heath Ledger unter einer Brücke baumelt und von der Truppe des Dr. Parnassus gerettet wird. Da scheint es unwillkürlich, als habe sich der Schauspieler hier mit seinem frühen Tod auseinandergesetzt. Es bleibt somit auch fraglich, ob „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ zu Ledgers schauspielerischen Meisterleistungen gezählt werden darf. Seinen drei Kollegen gelingt es jedoch gut, Ledgers Teil zu übernehmen und die Rolle des Tonys so zu spielen, wie es Ledgers selbst getan hätte.

Trotz der versammelten Hollywood-​Granden bietet „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ nicht nur einen Augenschmaus. Gilliam schuf hier ein interessantes und vielfältiges Kinomärchen. Die verworrene Story freilich hätte etwas logischer sein können.

Der Trailer zum Film:
http://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​I​Z​y​q​5​g​969​n​I

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