jtem​plate​.ru — free extensions for joomla

EU-​Minister beschließen höhere Fangquoten für Nordseefischer/​WWF sieht bei Hering Rückfall in dunkle Zeiten

Montag, 19 Dezember 2011 12:24 von BN-​Redaktion

Die Deutschen Nordseefischer dürfen nach einem Beschluss von EU-​Kommission und EU-​Ministern im nächsten Jahr bis zu 140 Prozent mehr Hering fangen als im vergangenen Jahr. Insgesamt dürfen 41 000 Tonnen Hering gefangen werden. Auch die Fangquoten für Scholle und Schellfisch steigen an. Grund dafür ist, laut Agrarstaatssekretär Robert Kloos das „Wunder des Herings“. Im vergangenen Jahr hätten sich die Bestände so deutlich erholt, dass die Fangquote angehoben werden könne, ohne die Bestände zu gefährden. In der gesamten EU allerdings wurde die Gesamtfangmenge gekürzt, um die Bestände zu erhalten.

Die Umweltschutzorganisation WWF begrüßt die „klarere Ausrichtung der Fangquoten an den wissenschaftlichen Vorgaben“. Kritisch sieht er aber den Anstieg des erlaubten Heringfangs. Dieser sei ein „Rückfall in dunkle Zeiten“. Karoline Schacht, Fischereiexpertin des WWF erklärte: „Schon mit einem Silberstreif am Horizont verfallen die Minister wieder dem riskanten und kurzsichtigen Gewinnstreben.“ Auch der Geschäftsführer für Europa der Meeresschutzorganisation Oceana warf den Ministern mangelnde Weitsichtigkeit vor.

Die Fischer in Schleswig-​Holstein dagegen zeigten sich am Wochenende zufrieden mit den EU-​Beschlüssen. Der Vorsitzende des Landesfischereiverbandes Schleswig-​Holstein, Lorenz Marckwardt, sagte dem Hamburger Abendblatt: „Die Planungen und Maßnahmen der vergangenen Jahre tragen jetzt Früchte.“ Die Erhöhung der Fangquoten für den Hering sei gewaltig: „100 Prozent hätten es auch getan.“

(Bild: Rainer Sturm/pixelio.de)

ANZEIGE

Projekte

Gedrucktes

Verwandtes

BN-​Anstoss