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China strebt nach der Weltmacht, Europa schaut zu

Dienstag, 29 September 2009 13:08 von Eva Kühne

Der Exportweltmeister Deutschland scheint sich seines Titels sicher zu sein. Tatenlos beobachtet er das rasante Wirtschafswachstum Chinas. Anscheinend unaufhaltbar entwickelt es sich zur neuen Wirtschaftsweltmacht. Wettkampf von deutscher Seite? Fehlanzeige.


Asiatische Firmen kämpfen gnadenlos


Die Chinesen sind harten Wettkampf und Konkurrenzdenken gewohnt, während die deutsche Wirtschaft solche Prinzipien kaum noch kennt. Hierzulande darf es keine Insolvenz geben. Unternehmen in Notlage werden vom Staat gerettet. In China indes gelten strikte Regeln. Strengt sich einer nicht ausreichend an, ist er zum Scheitern verurteilt. Denn eines ist sicher: die Konkurrenz arbeitet schnell und gewissenhaft und scheut auch aggressives Vorgehen nicht.

Was hat das aber mit der deutschen Wirtschaftswelt zu tun? Zum Problem für die wirtschaftlichen Mächte kann die aufstrebende Volksrepublik China werden, da sie folgendes vereint: unerschütterlichen Eroberungswillen, patriotisches Bewusstsein und einen gerissenen Unternehmergeist. Hinzu kommen die politische Rückendeckung und das rasante Aneignen technologischer Fähigkeiten. Ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Wirtschaftsmächten besteht in dem niedrigen Lohnniveau und der unterbewerteten Währung.

Deutschland gräbt sich selbst eine Grube

Ideale Voraussetzungen für die Produktion weltweit absetzbarer Güter. Marktanteile sichert man sich, indem man Produkte zu Preisen anbietet, die unter den Herstellungskosten liegen. Ferner profitiert China von amerikanischen und europäischen Förderprogrammen, insbesondere für die Solarenergie. Damit sägt Deutschland an dem Ast, auf dem es sitzt.

Indem der deutsche Staat seinem ehrgeizigsten Konkurrenten Gelder zufließen lässt, beschleunigt er den eigenen Abtritt des Ehrentitels „Exportweltmeister“ und gibt den Platz frei für die aufstrebende Wirtschaftsmacht China. Das kommt der Absicht chinesischer Wirtschaftsführer natürlich gelegen. Ihr oberstes Ziel ist die Eroberung des Weltmarkts.

China will den Weltmarkt erobern

Anstatt den seriösen Konkurrenten ernst zu nehmen, beobachten deutsche Unternehmen teils mit Erstaunen, teils mit Gleichgültigkeit das fleißige Treiben der Chinesen am anderen Ende des Kontinents. „Wir sollten die Chinesen lieber überschätzen. Dann sind wir besser gewappnet“, betonte dagegen der Ostasien-​Experte Sebastian Heilmann unlängst gegenüber der FAZ.

Doch die räumliche Entfernung scheint die Bedeutung und Folgen des asiatischen Siegeszuges zu verschleiern. Als Kopierer und Nachahmer werden sie belächelt. Dabei nutzen sie nur geschickt die Möglichkeiten, die man ihnen auf dem Silbertablett serviert.

Gezielt werden Agenten auf europäische Messen geschickt, um neue technologische Errungenschaften und Entwicklungen auszuspionieren. Was sie herausgefunden haben, schicken sie ins Heimatland. Schnell werden dort die neuen Kenntnisse umgesetzt. So kann es geschehen, dass Produkte den chinesischen Staatsgrund verlassen, bevor ihre Vorbilder im jeweiligen Entwicklungsland überhaupt in den Läden verkauft werden. Wer hier den Kürzeren zieht, ist klar.

Europäische Unternehmen müssen handeln

Mag dieses methodische Vorgehen auch nicht moralisch einwandfrei sein, so sichert es den chinesischen Unternehmen den ersten Rang der weltweiten Wirtschaft und garantiert ihnen einen beträchtlichen Erfolg. Die chinesischen Firmen wollen nicht nur Massenproduzenten sein, sie wollen Technologieführer werden. Mit ihrer Willensstärke und Disziplin werden sie dieses Ziel wohl ungehindert erreichen.

Ratsam wäre es wohl, sich an der Dynamik und dem Ehrgeiz der Chinesen ein Vorbild zu nehmen. Denn langsam lässt sich ein entscheidender Konkurrenzkampf nicht mehr umgehen.

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